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Interview an Thomas und Ulli Soyer

Seit mehr als siebzig Jahren ist das Savoy ein Ort, an dem Freundschaften entstehen, Liebesgeschichten ihren Anfang nehmen und Begegnungen zu lebenslangen Verbindungen werden. Nicht nur zwischen Gästen und Mitarbeitern, sondern auch innerhalb unserer eigenen Familie.Was vielleicht nicht alle wissen: Auch Ulli und Thomas haben sich hier im Savoy kennengelernt. Aus ihrer ersten Begegnung sind mehr als vierzig Jahre Ehe und gemeinsame Arbeit Seite an Seite entstanden.Wir haben die beiden gebeten, einige Erinnerungen mit uns zu teilen und uns zu erzählen, was das Savoy für sie bedeutet.

Wie haben Sie sich kennengelernt?
Ulli: Ich kam als etwa zehnjähriges Mädchen gemeinsam mit meinen Tanten als Gast ins Savoy. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Herr Richard Soyer zu uns sagte: „Wenn eine von euch später einmal die Hotelfachschule besucht und ein Praktikum im Savoy machen möchte, ist sie jederzeit herzlich willkommen.“Viele Jahre später nahm ich diese Einladung an. Ich kam nach Grado, um eine Sekretärin zu vertreten. Thomas arbeitete damals noch im Zürserhof in Österreich und kam einige Wochen später für die Sommersaison nach.

Was war Ihr erster Eindruck voneinander?
Ulli: Noch bevor ich Thomas kennenlernte, hatte mir Herr Riccardo unglaublich viel von seinem Sohn erzählt. Deshalb war ich sehr neugierig. Als er schließlich ankam, wirkte er auf mich eher distanziert, fast ein wenig arrogant. Oft erschien er erst in letzter Minute und machte den Eindruck, als interessiere ihn die Arbeit nicht besonders. Natürlich hatte ich mich vollkommen getäuscht – ein Jahr später waren wir bereits verheiratet.
Thomas: Ich kam während des Abendservices vom Arlberg zurück. Ulli stand an der Rezeption. Was mir sofort auffiel, waren ihr Lächeln und ihre natürliche Neugier. Sie hatte eine herzliche Ausstrahlung, durch die sich jeder sofort willkommen fühlte.

Thomas, woran erinnern Sie sich beim Umzug von Villach nach Grado?
Thomas: Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich mit meinem Citroën die Grenze überquerte. Ich hatte das Gefühl, einen Teil meiner Jugend hinter mir zu lassen und ein neues Leben zu beginnen. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass ich nicht mehr zurückkehren würde.

Ulli, wie war es, mit den Schwiegereltern … und mit dem eigenen Mann zusammenzuarbeiten?
Ulli: Es war nicht immer einfach. Allerdings bin ich im Familienhotel meiner Eltern, dem Hotel Tre Cime in Sexten, aufgewachsen und kannte die Dynamik eines Familienbetriebs bereits. Deshalb habe ich mich schnell eingelebt. Damals wurde unglaublich viel gearbeitet – aber genauso viel gelacht.Das Savoy ist gemeinsam mit Ihnen gewachsen.

Welche Entscheidung erforderte den größten Mut?
Thomas: Ganz klar der Ausbau im Jahr 1992. Der Bau der 18 Junior Suiten, der neuen Lobby, des SPA-Bereichs und der Pools war eine enorme Investition. Damals erschien sie beinahe gewagt. Heute können wir sagen, dass sie maßgeblich zur Identität des Savoy beigetragen hat.

Was war Ihre größte Freude in all den Jahren?
Thomas: Zu sehen, dass unsere Tochter Anna sich entschieden hat, diese Geschichte weiterzuführen.
Ulli: Die Auszeichnung mit dem fünften Stern. Sie war die Anerkennung eines Weges, den wir mit viel Beständigkeit und Hingabe gegangen sind.

Wenn Sie den Beitrag des anderen zum Savoy in einem Satz beschreiben müssten?
Thomas: Ulli ist das Herz der Gastfreundschaft. Sie kümmert sich um die Reservierungen, begleitet unsere Gäste und richtet ihren Blick immer auf die Zukunft unseres Hauses.
Ulli: Thomas ist für die Finanzen, die Haustechnik und die gesamte Gastronomie verantwortlich. Er sorgt dafür, dass alles reibungslos funktioniert – auch hinter den Kulissen.

Welches Detail bemerken die wenigsten Gäste, auf das Sie aber besonders stolz sind?
Thomas: Alles, was man nicht sieht: die technischen Anlagen, die Lüftungstechnik, die Pools und unsere gesamte Haustechnik. Solange alles funktioniert, denkt niemand daran – dabei sind sie entscheidend für den Komfort unserer Gäste.
Ulli: Das Grün. Der Garten, die Blumenbeete, die Kletterpflanzen und die Blumen auf den Terrassen. Sie erfordern jeden Tag viel Pflege und sind für mich einer der Gründe, warum das Savoy so besonders ist.

In all den Jahren haben Sie sicher unzählige Geschichten erlebt. An welche erinnern Sie sich besonders gern?
Ulli: In den 1990er-Jahren gab es auf den Zimmern noch keine Safes. Wertgegenstände wurden deshalb an der Rezeption hinterlegt. Ein Gast übergab uns eine verschlossene Schachtel. Wie es die Vorschriften verlangten, fragten wir nach dem Inhalt. Seine einzige Antwort lautete: „Es ist eine Schachtel.“Bei der Abreise vergaß er sie. Bevor wir sie ihm nachschickten, mussten wir sie öffnen, um den Inhalt zu überprüfen. Darin befand sich eine Pistole.

Gibt es einen Gast, an den Sie sich besonders gern erinnern?
Thomas: Vor einigen Sommern durften wir Riccardo Muti anlässlich seines Konzerts in Aquileia bei uns begrüßen. Er war ein Mensch von großer Eleganz, Freundlichkeit und bemerkenswerter Bescheidenheit.
Ulli: Mit besonderer Freude denke ich an all die Familien, die unser Hotel seit drei oder sogar vier Generationen besuchen. Ich habe ihre Kinder und später auch deren Kinder aufwachsen sehen. Ihnen gilt unsere größte Dankbarkeit.

Was war das schönste Kompliment, das Sie je erhalten haben?
Thomas: Ein Gast sagte einmal zu mir: „Sie haben ein goldenes Händchen mit Ihren Mitarbeitern.“
Ulli: Am meisten freue ich mich über die Komplimente, die wir für die Freundlichkeit unseres Teams erhalten. Sie bedeuten mir besonders viel.

Beschreiben Sie das Savoy mit drei Worten.
Ulli: Charaktervoll, farbenfroh, vielseitig.
Thomas: Besonders, blühend, gepflegt.

Was bedeutet es heute, ein familiengeführtes Hotel zu sein?
Thomas: Es ist eine große Herausforderung. Wir konkurrieren mit internationalen Hotelgruppen, die über deutlich größere Ressourcen und Kompetenzen verfügen. Diesen Unterschied können wir nur ausgleichen, indem wir etwas bieten, das sich kaum kopieren lässt: Authentizität, Flexibilität und einen wirklich persönlichen Service.
Ulli: Ich habe das Gefühl, dass unabhängige Hotels unserer Größe immer seltener werden. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, das zu bewahren, was uns ausmacht.

Ein Traum für die Zukunft?
Thomas: Eigentlich sind wir gerade dabei, ihn zu verwirklichen. Im September beginnen wir mit der Renovierung unserer 18 Junior Suiten …
Ulli: Und dann gibt es noch einen Traum, den wir schon lange hegen: die Villa Ostende erwerben zu können, um unseren Garten und den Poolbereich zu erweitern. Das liegt nicht allein in unserer Hand – aber es wäre ein wunderbares neues Kapitel in der Geschichte des Savoy.  
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Hotel Savoy
 
Via Carducci, 33 - 34073  Grado Tel.+39 0431 897111
Flughäfen in der Nähe 23 km bis zum Flughafen in Triest 126 km bis zum Flughafen in Venedig 160 km bis zum Flughafen in Ljubljana
 
 
 
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